Archiv für den Monat: Mai 2013

Hokuspokus auf Rezept – Kassen achten nicht auf Wirksamkeit von Therapien – Medizin-Blog

Wenn Homöopathie eine Frage des „Glaubens“ ist, dann sind deutsche Krankenkassen wohl sehr gläubig.

Deutsche Krankenkassen übernehmen häufig auch Therapien ohne wissenschaftlichen Wirkungsnachweis wie Homöopathie oder anthroposophische Medizin.

„Es wird eine Medizin bedient, die auf Erwartungen und Glauben basiert und nicht eine Medizin gefördert, die tatsächlich Nutzen stiftet“, klagt Dr. Günther Jonitz von der Ärztekammer Berlin. Prof. Gerd Antes vom Deutschen Cochrane-Zentrum sieht den Grund dafür in der zunehmenden Ökonomisierung der Medizin. Krankenkassen böten eine „Wohlfühlmedizin“ für zahlungsstarke Patienten an, während sie an notwendigen Therapien und Medikamenten sparten. „Die Ökonomisierung der Medizin und die evidenzbasierte Medizin sind Widersprüche, die sehr schwer oder überhaupt nicht unter einen Hut zu fügen sind, weil sie einfach verschiedene Ziele haben“, so Antes. „Die Evidenzbasierung versucht, mit möglichst wenig Mitteln das Optimale, und zwar basierend auf Wissen, zu erreichen und die Ökonomisierung der Medizin versucht natürlich eine Gesundheitswirtschaft zu entwickeln, wo Wissen vielleicht sogar störend sein kann.“

„Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren auf Kosten der Solidargemeinschaft jede Menge Unsinn“, sagt auch Dr. Dirk Heinrich vom NAV-Virchow-Bund, dem Bundesverband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. So würden viele Kassen die Behandlung bei einem Osteopathen bezahlen, deren Nutzen nicht nachgewiesen sei.

via Hokuspokus auf Rezept – Kassen achten nicht auf Wirksamkeit von Therapien.